Eigentlich wollte ich schon eher schreiben, über die EM-Quali z.B und das Cordoba auch Heuer mal wieder ausgefallen ist, aber es gibt etwas, über das ich schon länger schreiben wollte, nämlich die „Legende vom Schwiegersohn“. Und die geht so:

Vor langer Zeit, in einem Königreich im fernen Süden, da verstarb  wurde der alte Koenig abgelöst und ein neuer kam an die Macht.Seine Tochter, eine wunderschöne Jungfrau, die trotz vieler Hitzewallungen im Laufe der Jahre immer noch Feuer glühte, hatte sich in einen jungen Rittersmann aus einem benachbarten Königreich verschaut und liess keine Gelegenheit aus um ihn zu freien. „Wenn’s denn sein muss,“ so liess sich der neue Koenig vernehmen, „dann nimm ihn halt.“
Und so kam, wie es kommen musste, dass der Rittersmann dem Werben erlag und in seine neue Heimat zog. 30 Millionen Goldtaler, so unkten es die Bänkelsänger, liess die Braut springen um ihn zu bekommen.
Und was für ein knackiger Kerl war er. Jung, ungestüm, wagemutig. Um das zu beweisen zog er Woche für Woche in die Schlacht für seine Holde und seinen Koenig. Gegen Ritter aus Nah und Fern ging er in’s Turnier und die Ritter bekamen durch ihn eine Schmach nach der Anderen. Und das Volk jubelte ihm jede Woche zu, „Ich will ein Kind von Dir!“ schrie eine, „Du bist ein Titan!!“ ein anderer.

Aber wie es so kommt, der Koenig wurde eifersüchtig auf seinen Schwiegersohn und wollte ihn nicht mehr. Denn, so kann es passieren, der Recke hatte plötzlich eine Formschwäche. „So was kommt vor,“ werdet Ihr jetzt sagen. Stimmt, aber der Koenig hatte längst andere Pläne und da kam ihm die Krise sehr gelegen. Und jedesmal, wenn unsrer junger Rittersmann seinen Schwiegervater fragte meinte dieser, „Nee, Heute kein Turnier für Dich, Dein Platz ist auf der Bank.“
Um ihn aber nicht ganz zu verlieren, da setzte er ihn manchmal ein, ganz kurz nur, damit sich unser Held nicht zu sicher fühlte.

Eines Tages aber, da brach im Land eine Seuche aus, und alle Ritter die dem Koenig wohl und schön waren, und wert zu kämpfen, wurden krank. Plötzlich hatte der Koenig keine Kavallerie mehr, die vorne für den Angriff sorgte. Das Gesicht wurde lang und länger, die Sorgen immer schwerwiegender. Von Revolution war bereits die Rede und auch die Tochter mochte nicht mehr länger ihren Stiefvater ertragen.
Da blickte der Koenig in die Runde und sah seinen einstigen Günstling, wie einsam, verbittert und enttäuscht am Tisch der Niederen sass und statt Schweinsbraten mit Knödel, nur Knödel bekam -Natuerlich mit gaaaaaanz altem Brot gemacht-. Also dachte der Koenig nach und überlegte, wie er ohne Schmach aus dieser Angelegenheit rauskam und seinem Schwiegersohn noch einen reinwürgen könne, denn schliesslich drängte seine Tochter immer mehr darauf, das ihr Ehemann nun endlich wieder in die Schlacht ziehen solle.
„Wenn er scheitert,“ so der Koenig, „dann bin ich ihn los, schliesslich habe ich schon immer gesagt er passt nicht, und ich gewinne wieder mehr Vertrauen bei Volk und Tochter. Dann werden sie sagen, ‚Ja Du bist ein Grosser.'“

Also ging er zu unserem Helden, sprach mit ihm und vergewisserte ihm, dass er ja nichts gegen ihn hat, also nichts persönliches, sondern es nur Geschäft war, weil er, der grosse Koenig, ihn für noch Größere Aufgaben brauchen würde und deswegen geschont habe. Diese Zeit sei aber nun gekommen und er braucht ihn nun.
Ohhh, Ihr glaubt gar nicht wie sehr unser Held diese Finte durchschaut hat, aber da seine Braut ihm Mut zusprach, da dachte er sich, „Ok, der alte Sack hat mich wie einen Arsch behandelt, wollte mich schon über die Alpen als Arbeitsesel verscherbeln. Aber meine Schöne vertraut mir, also werde ich es dem alten Sack zeigen.“

Im ersten Turnier, da bemühte sich unser Held ganz doll, aber natürlich sollte es nicht sein, weil er im letzten Moment seine Chance „unabsichtlich“ vergab. Was natürlich den Koenig diebisch freute, „Hähä,“ dachte der sich, „noch ein Turnier, dann ist er weg und mir der Palazzo für die Zeit danach am Meer sicher.“
Dann aber schlug unser Recke zu und gewann ein Turnier nach dem anderen, Und auch der Kaiser wollte ihn haben und setzte ihn international mit grossem Erfolg ein. Plötzlich waren auch die Rufe im Volk wieder da, „Ich will ein Kind von Dir! Du Titan unter den Göttern!!!“
Fuer den Koenig wurde nun die Luft recht dünn im Königreich , denn auch wenn unser Held ständig seine Turniere gewann, Großkönig konnte unser Koenig nicht mehr werden und so wurde er nach einer Revolution entmachtet.
Unser Held aber, der wurde trotz der Schmach und trotz der Kurzeinsätze im Turnier der Turnierkönig.
Jetzt kommt eigentlich noch, „Und wenn er nicht gestorben ist, dann trifft er auch noch Heute.“ Stimmt!
Denn die Rede ist von Mario Gomez. Man mag Gomez unterstellen was immer man will und er mag auch für die Freunde der ästhetischen Ballartistik der Grobmotoriker unter den Feinsinnigen sein, der Biertrinker unter den Weinkennern, der Currywurstesser unter den Austernschluerfern, aber ich persönlich mag ihn. Mario Gomez ist nicht nur ein Vorbereitet, sondern auch das, was einen Stürmer auszeichnet, ein Knipser mit Instinkt. Selbst als es in dieser Spielzeit am Anfang nicht sofort geklappt hat und die Rufe wieder laut wurden, „Schickt den auf die Tribüne!“ Da hat er nicht aufgesteckt und seinen Kritikern mit seinen vier Toren gegen Freiburg gezeigt, dass man ihn eben nicht auf die Tribüne schickt.
Natuerlich mag man einwenden, das Freiburg ja nun keine Spitzenmannschaft ist und die Defensive der einer Kreisligamannschaft gleicht, mag sein, aber 4 Tore macht man mal nicht eben so.

Ich hoffe, das Mario noch viele gute Spiele für den FCB macht und mir ist es egal, ob er trifft, oder den Vorbereiter macht. Hauptsache Bayern steht am Ende oben mit einem glänzend spielenden Mario Gomez, und hoffentlich ohne Verletzungen in dieser Saison, auch wenn die Alternativen da sind.

Was das Märchen betrifft: Mario Gomez ueber Louis van Gaal. Van Gaal, wollte Gomez eigentlich demontieren.

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